Jedes Jahr der gleiche Scheiß!
Jeden Dezember das gleiche Theater: Weihnachten steht vor der Tür! Ja meine Güte, warum lässt man es nicht einfach mal stehen, tut so, als wäre nix gewesen? Sonst lässt man doch auch nicht jeden Arsch rein. Die Zeugen Jehovas, Kai Pflaume mit seinem Fickelwohnwagen - da macht man erst gar nicht auf, strullt aus dem Schlafzimmerfenster oder ruft die Polizei. Aber kaum klopft der runkelnasige Fettsack von Weihnachtsmann mit seiner Elch-Sackkarre an die Pforte, machen wir einfach jeden Scheiß mit!
Lichterketten um die Klobrille, Tannenzapfen in die Unterhose, Zimt in den Doppelkorn - sind wir denn bescheuert? Wir fressen Mini-Schokolade in Fliegenpilzförmchen aus hässlichen überteuerten Adventskalendern, anstatt uns eine anständige Tafel in den Hals zu schieben. Wir schmücken zum Advent vertrocknete Beerdigungskränze und zünden andächtig jede Woche ein Kerzelein an, obwohl wir auch einfach das Licht anschalten könnten.
Wir saufen ausgekochte Restrotweinplörre mit Zucker und Miracoli-Gewürzmischung, bis uns die Rübe platzt, wo wir uns doch bloß ein Tässchen Brennspiritus mit Süßstoff warm machen und den Kopf in einen Betonmischer halten müssten. Das macht nicht wirklich Sinn. Andererseits ist es aber auch einfach schön romantisch, und besser man kotzt Domino- als Gallensteine.
Trotzdem kann einem diese ganze Vorweihnachtszeit ganz schön auf die Nüsse gehen. Wenn täglich auf irgendeiner Alm zum Fest gejodelt wird, alle TV- Knuddelzombies aus ihren Showgräbern steigen und die Schmalzfluten vorgetäuschter Herzlichkeit über die Ufer treten, dann weiß man, dass Weihnachten naht. Eine Zeit, in der man nach dem Fernsehen das Gefühl hat, dringend duschen zu müssen.
Dann wird wieder gegrinst und gemenschelt, bis dem Zuschauer die falsche Sentimentalsuppe aus den Ohren quaddelt. Plötzlich erinnern wir uns alle daran, dass man anderen ja auch helfen kann, anstatt sie zu bescheißen oder einfach zu ignorieren.
Aber zum Glück vergessen wir das auch schnell wieder. Denn auch wenn mal kurzzeitig das Christkindl über unsere Köpfe flattert und für ein paar Tage unsere Fürze nach Nelken riechen - im Herzen bleiben wir ja doch alle die gleichen Idioten wie immer. So was nennt man Beständigkeit. Darauf einen doppelten Glühwein mit Sahne und
Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
(Original von Oliver Kalkofe)
Sonntag, 1.
Advent 10.00 Uhr:
In der
Reihenhaussiedlung Önkelstieg läßt sich die Rentnerin Erna B. durch ihren
Enkel Norbert 3 Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers
installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.
10 Uhr 14:
Beim
Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante
Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des
10-armigen dänischen Kerzenset zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später
erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134
Fensterdekorationen.
19 Uhr 03:
Im 14 km
entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende
Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommeßgeräte für den Bereich
Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst arglos.
20 Uhr 17:
Den
Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96
Halogen-Filmleuchten, durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens, ans
Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.
20 Uhr 56:
Der
Discothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt seinerseits einen Teil zur
vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines
Bungalows das Laseresemble Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt.
Die 40m Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der
Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem hässlichen Geräusch
zerbröckelt.
21 Uhr 30:
Im Trubel
einer Jul- Club-Feier im Kohlekraftwerk Sottrup- Höcklage verhallt das
Alarmsignal aus Generatorhalle 5.
21 Uhr 50:
Der 85-jährige
Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta
Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.
22 Uhr 12:
Eine Gruppe
asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung
irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der
Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren
gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Bröhrmeyer gelandet.
22 Uhr 37:
Die NASA
Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande der Milchstraße Bilder einer angeblichen
Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel, die Experten in Houston sind ratlos.
22 Uhr 50:
Ein
leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage,
der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend
jenseits der Belastungsgrenze.
23 Uhr 06:
In der
taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht Studentin Bettina U. und freut
sich irrtümlich über den sonnigen Novembermorgen.
Um genau 23
Uhr 12
betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.
23 Uhr 12
und 14 Sekunden:
In die plötzliche
Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des
Kohlekraftwerks Sottrup-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren
Ortschaften irren verwirrte Menschen, Menschen wie Du und ich, denen eine Kerze
auf dem Adventskranz nicht genug war.
Warum es den Weihnachtsmann
nicht (mehr) geben kann!
Sollte der Weihnachtsmann irgendwann mal die Geschenke gebracht haben, ist er heute tot. (Todesursache vermutlich schweres HWS- Schleudertrauma).
Betreff:
„Weihnachtsfeier“
unseres Betriebes
Rundschreiben an Alle
1.
Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass unsere Firmen-Weihnachtsfeier
am 20.12. im Argentina-Steakhouse stattfinden wird.
Es wird eine nette Dekoration geben und eine kleine Musikband wird heimelige
Weihnachtslieder spielen. Entspannen Sie sich und genießen Sie den Abend...
Freuen Sie sich auf unseren Geschäftsführer, der als Weihnachtsmann verkleidet
die Christbaumbeleuchtung einschalten wird!
Sie können sich untereinander gern Geschenke machen, wobei kein Geschenk einen
Wert von 20 EURO übersteigen sollte.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Adventszeit.
Tina
Bartsch-Levin
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2. Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Auf gar keinen Fall sollte die gestrige Mitteilung unsere Türkischen Kollegen
isolieren. Es ist uns bewusst, dass Ihre Feiertage mit den unsrigen nicht ganz
konform gehen: Wir werden unser Zusammentreffen daher ab sofort
"Jahresendfeier" nennen. Es wird weder einen Weihnachtsbaum oder
Weihnachtslieder geben.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine schöne Zeit.
Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalabteilung
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3. Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Ich nehme Bezug auf einen diskreten Hinweis eines Mitglieds der Anonymen
Alkoholiker, welcher einen "trockenen" Tisch einfordert. Ich freue
mich, diesem Wunsch entsprechen zu können, weise jedoch darauf hin, dass dann
die Anonymität nicht mehr gewährleistet sein wird... Ferner teile ich Ihnen
mit, dass der Austausch von Geschenken durch die Intervention des Betriebsrats
nicht gestattet sein wird: 20 EURO sei zuviel Geld.
Tina
Bartsch-Levin
Leiterin Personalforschung
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7. Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Es ist mir gelungen, für alle Mitglieder der "Weight-Watchers" einen
Tisch weit entfernt vom Buffet und für alle Schwangeren einen Tisch ganz nah an
den Toiletten reservieren zu können. Schwule dürfen miteinander sitzen. Lesben
müssen nicht mit Schwulen sitzen, sondern haben einen Tisch für sich alleine.
Na klar, die Schwulen erhalten ein Blumenarrangement für ihren Tisch.
Endlich zufrieden?
Tina Bartsch-Levin
Leiterin Klappsmühle
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9. Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND
MITARBEITER
Selbstverständlich werden wir die Nichtraucher vor den Rauchern schützen und
einen schweren Vorhang benutzen, der den Festraum trennen kann, bzw. die Raucher
vor dem Restaurant in einem Zelt platzieren.
Tina Bartsch-Levin
Leiterin Personalvergewaltigung
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10. Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Vegetarier! Auf Euch habe ich
gewartet! Es ist mir scheißegal, ob´s Euch nun passt oder nicht: Wir gehen ins
Steakhaus!!! Ihr könnt ja, wenn Ihr wollt, bis auf den Mond fliegen, um am
20.12. möglichst weit entfernt vom "Todesgrill", wie Ihr es nennt,
sitzen zu können. Labt Euch an der Salatbar und fresst rohe Tomaten! Übrigens:
Tomaten haben auch Gefühle, sie schreien wenn man sie aufschneidet, ich habe
sie schon schreien hören, ätsch ätsch ätsch!
Ich wünsch Euch allen beschissene Weihnachten, besauft Euch und krepiert !!!!!
Die Schlampe aus der dritten Etage.
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14.
Dezember
AN: ALLE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER
Ich kann sicher sagen, dass ich im Namen von uns allen spreche, was die baldigen
Genesungswünsche für Frau Bartsch-Levin angeht. Bitte unterstützen Sie mich
und schicken Sie reichlich Karten mit Wünschen zur guten Besserung ins
Sanatorium. Die Direktion hat inzwischen die Absage unserer Feier am 20.12.
beschlossen. Wir geben Ihnen an diesem Nachmittag bezahlte Freizeit.
Josef Benninger
Interimsleiter Personalabteilung
Let's Keep the Candles Burning
Ein frohes Weihnachtsfest und guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2004!
Status Update:
Wie Weihnachten 2002 im Internet gezeigt hat, heißt Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann entsprechend auch ab jetzt X-man heissen !
Da X-mas 2003 quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens seit Oktober höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen ?
Verzeihung - seit Oktober ist es höchste Zeit, mit dem Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion
just-in-time vorzubereiten.
Hinweis:
Die Kick-Off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für die diesjährige SANCROS (Santa Claus Road Show) fand bereits am 30. November 2003 statt. Daher wurde das offizielle Come-together des Organizing Commitees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) abgehalten.
Erstmals haben wir ein Projekt-Status-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine, in Workshops entwickelte To-do-Liste und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kundenevents und optimierte Geschenk-Allocations geschaffen werden, was wiederum das Service-Level erhöht und außerdem hilft, X-mas als Brandname global zu implementieren.
Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head des Global Christmas Markets (formerly Knecht Ruprecht) die Ablauforganisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Center sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sog. Geschenk-Units über das Internet angeboten werden.
Die Service Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference Call virtuell informiert und die Core Competence vergeben.
Ein Bündel von Incentives und ein separates Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln.
Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelled. Stattdessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Test Market als Pilotprojekt eine Hotline für kurzfristige Weihnachtswünsche einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu erhöhen. Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MIST) ist auch benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center möglich.
Nachdem ein neues Literaturkonzept und das Layout-Format von externen Consultants (Osterhasen Associates) definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 2003.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende updating. Hochauflagige lowcost Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahmen.
Ferner wurde durch intensives Brainstorming ein Konsens über das Mission Statement gefunden. Es lautet: "Let's Keep the Candles Burning" und ersetzt das bisherige "Frohe Weihnachten".
X-man hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate Redesign. Er akzeptierte aber letztendlich den progressiven Consulting-Ansatz, auch im Hinblick auf das Shareholder Value, und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager.
In diesem Sinne: Let's Keep the Candles Burning
*
Erster Dezember
Hurra,
ich darf das erste Fenster meines Adventskalenders öffnen. Ein Schokoengelchen.
Ich liebe den Advent.
*
Zweiter Dezember
Eine
Glocke. Ich lasse die Schokolade auf meiner Zunge zergehen und bekomme einen zärtlichen
Kuss meiner Liebsten. Die Adventszeit
ist immer so romantisch.
*
Dritter Dezember
Kollege
Meier erzählt mir von seinem tollen Adventskalender mit Pralinen und kleinen
Geschenkchen. Ich freue mich für ihn. Ich
hatte ein Schokoauto.
*
Vierter Dezember
Ein
Schokokopf. Nichts nennenswertes
passiert.
*
Fünfter Dezember
Kollege
Niederkopf erzählt in der Kantine schmutzige Adventswitze. Habe aus Höflichkeit
mitgelacht. Frl. Blasewetter sah pikiert zu Boden. Schokotannenzweig.
*
Sechster Dezember
Nikolaustag.
Meier kommt mit einem Nikolauskostüm und verteilt Schokolade und Kondome.
Lustiger Scherz. Ich mache mich über die Schoki her und schiebe die Kondome
unserer jungen, allerdings auch sehr hübschen Azubine zu. Schutz ist heute so
was von wichtig. Vor allem für die Jugend. Demnächst
muss ich mich wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz äußern.
*
Siebter Dezember
Meine
Liebste scheint sich über den Wischmop den ich ihr zum Nikolaus schenkte
irgendwie nicht zu freuen. Ist äußerst muffig heute. Schokoschlitten im
Kalender. Kolleginnen gehen mir aus
dem Weg. Menschenskind, ich wollte
doch wirklich nur das Beste für die Kleine. Frl. Blasewetter murmelte was von
"Ja, ja" und ".. sein bestes Stück".
*
Achter Dezember
Zweiter
Advent. Meine Liebste war wieder versöhnlich. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt,
als ich mein Sturmfeuerzeug zum Entzünden der zwei Kerzen auf dem Adventskranz
zückte. Bei den anderen brannten nur zwei mickrige Kerzen, bei uns der ganze
Kranz. Warum war das Holz auch nur so
trocken?
*
Neunter Dezember
Anschiss
wegen Nikolaustag. Die Frauenbeauftragte unserer Firma grinste hämisch.
Eintragung in der Personalakte. Als ich wieder an meinen Schreibtisch zurück
kam fand ich zwei Kondome auf meinem Platz liegen. Schnell steckte ich sie ein. Schokoflugzeug.
*
Zehnter Dezember
Hatte
einen Schokohasen im Kalender und einen eiskalten Hasen mir gegenüber am Frühstückstisch
sitzen. Sie hatte die Gummis in meiner Tasche gefunden. Meine Beteuerungen das
ich ihr ewig treu bin prallten an ihr ab wie ein Zwerg an Santas Bauch.
Frostiger Empfang im Büro und auch am Abend Zuhause. Habe
Angst vor Frostbeulen.
*
Elfter Dezember
Azubine
kam im Minirock. Das macht sie extra. Ignoriere sie geflissentlich. Meier pfeift
ihr nach. Blöd, das er das auf der Türschwelle in sein Büro machte und ich
allein auf dem Gang stand als sie sich umdrehte. Termin beim Boss für morgen in
Outlook eingetragen. Mausi ist immer
noch sauer.
*
Zwölfter Dezember
Meier
schwärmt wieder davon was er heute in seinem Kalender fand. Er geht mir auf den
Nerv. Der Boss glaubt mir meine Schilderung des Vorfalls am Vortag nicht. Zweite
Eintragung und eine dringende Empfehlung einen Bogen um Auszubildende und
Minderjährige zu machen.
*
Dreizehnter Dezember
Schatzi
spricht wieder mit mir. Ich wünschte nur es wäre was freundlicheres als
"Bring den Müll raus". Hatte das Büro für mich allein. Zumindest
gingen alle als ich es betrat. Als ich mich in der Kantine zu meinen Kollegen
setzte standen diese auf. Mir fiel auch auf das sie mich heute nicht fragten ob
ich zum essen gehe. Komisch.
*
Vierzehnter Dezember
Die
Nachbarkinder machten eine Schneeballschlacht. In einem Anfall eines
jugendlichen Gefühls machte ich mit. Blöd das sich ein Stein in meinem
Schneeball versteckte. Ich überschlug im Geiste wie viel eine Katze kosten könnte.
Was muss das Vieh auch in die
Wurfbahn springen.
*
Fünfzehnter Dezember
Dritter
Advent. Behutsam entferne ich den "Katzenmörder"-Zettel von meiner
Haustür. Mein Mäuschen war am Kofferpacken. Sie
hatte mit einer Freundin telefoniert die lustigerweise mit einem meiner Kollegen
verheiratet war. Meine Erklärungsversuche
scheiterten.
*
Sechzehnter Dezember
Hatte
einen Schokotannenbaum im Kalender. Ich fand Schokolade nicht mehr so spannend.
Mausi fehlt mir.
*
Siebzehnter Dezember
Hab
mit Mausi telefoniert. Konnte sie nach stundenlangen Betteln und Überreden dazu
bringen wieder zurück zu kommen. Wir lagen uns weinend in den Armen. Als wir später
ins Bett gingen kreuzte ein neues Problem auf. Stress erzeugt tatsächlich
Impotenz. Ich war immer stolz darauf dass er stand wie ein Weihnachtsbaum. In
dieser Nacht war's eher eine Trauerweide.
*
Achtzehnter Dezember
In
der Arbeit reißt Meier Pädophilenwitze. Werde dabei von Kollegen lachend
angesehen. Gedanken an einen Axtmord durchschleichen meine Hirnwindungen.
*
Neunzehnter Dezember
Schokoschlitten.
Bin frustriert. Sex hat letzte Nacht wieder nicht geklappt. Mausi
seufzt jedes Mal bei meinem Anblick.
*
Zwanzigster Dezember
Kleiner
Umtrunk. Meier gibt einen aus. Meier will auf kameradschaftlich machen und haut
mir auf die Schulter, so das ich mein Glas verschütte. Laufe panisch aufs Klo.
Solche Flecken bekommt man später nicht mehr raus. Verdammt. Falsche Tür.
Stehe nur in Unterhosen vor der Azubine. Sie hat nen Mini an. Das
Gute daran: die Impotenz ist augenscheinlich vorbei.
*
Einundzwanzigster Dezember
Ich
lese zum dritten Mal die Kündigung während Mausi weinend ihre Sachen packt.
Ihre Mutter im Auto hupt schon. Hatte
eine Schokoweihnachtskugel.
*Zweiundzwanzigster
Dezember
Ein
Nachbar wünscht mir frohe Feiertage. Ich haue ihm ein blaues Auge. Habe kurz
darauf selber eines. Der Freund der
Azubine freute sich nicht so sehr über den Behandlungserfolg seiner Freundin
bei meinem kleinen Schwellkörperproblem.
*
Dreiundzwanzigster Dezember
Die
Polizei steht vor der Tür. Ich denke sie sind wegen des kleinen Vorfalls im
Supermarkt mit einem verkleideten Weihnachtsmann hier. Egal was mit mir
passiert, ER würde keinen Nachwuchs mehr zeugen. Sie drohen die Tür
einzutreten. Als Antwort schicke ich ihnen meinen lichterloh brennenden
Weihnachtsbaum den ich aus dem Badezimmerfenster im ersten Stock fallen
lasse. Ich hätte den Baum doch nicht schon im Wohnzimmer anzünden
sollen. Nun hat auch die Feuerwehr ein dringendes Bedürfnis meine Wohnung von
innen zu besichtigen. Ich sitze auf
dem Dach und singe Weihnachtslieder die nicht unbedingt für Kinderohren gedacht
sind.
* Vierundzwanzigster Dezember
Ich
feiere Weihnachten mit Bob. Wir teilen uns unsere Zelle. Bob ist sehr nett. Er
mag mich. Er sagt er habe ein Geschenk für mich. Ich freue mich schon, wenn ich
es auspacken darf. Bob sagt, es ist etwas für jeden Tag. Aber
warum kommt der Weihnachtsmann mit dicken Sack und strammer Rute?
Liebe Mitarbeiter,
wie schon in den Vorjahren wollen wir auch in diesem Jahr das anstrengende Geschäftsjahr mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier im großen Besprechungszimmer beenden. Da es im letzten Jahr einige etwas unerfreuliche Zwischenfälle gab, möchte die Geschäftsleitung im Vorfeld auf gewisse Spielregeln hinweisen, um die besinnliche Feier auch im rechten Rahmen ablaufen zu lassen.
1.) Wenn möglich sollten die Mitarbeiter den besagten Raum noch aus eigener Kraft erreichen, und nicht im alkoholisierten Zustand von Kollegen hereingetragen werden. Eine Vorfeier ab den frühen Morgenstunden sollte möglichst vermieden werden.
2.) Es wird nicht gern gesehen, wenn sich Mitarbeiter mit ihrem Stuhl direkt an das kalte Buffet setzen. Jeder sollte mit seinem gefüllten Teller einen Platz an den Tischen aufsuchen! Auch die Begründung *Sonst frisst mir der Meier die ganzen Melonenschiffchen weg* kann nicht akzeptiert werden.
3.) Schnaps, Wein und Sekt sollte auch zu vorgerückter Stunde *nicht* direkt aus der Flasche getrunken werden. Besonders wenn man noch Reste der genossenen Mahlzeit im Mund hat. Der Hinweis *Alkohol desinfiziert* beseitigt nicht bei allen Mitarbeiten das Misstrauen gegen Speisereste in den angetrunkenen Flaschen.
4.) Wer im letzten Jahr den bereitgestellten Glühwein gegen eine Mischung aus Hagebuttentee und Super-Bleifrei ausgetauscht hat, wird darum gebeten diesen Scherz nicht noch einmal zu wiederholen. Sicherlich ist uns allen noch in Erinnerung was passierte als Kollege Buschmann sich nach dem dritten Glas eine Zigarette anzündete.
5.) Sollte jemand nach Genuss der angebotenen Speisen und Getränke von einer gewissen Unpässlichkeit befallen werden, so wird darum gebeten die dafür vorgesehen Örtlichkeiten aufzusuchen. Der Chef war im letzten Jahr über den unerwarteten Inhalt seines Aktenkoffers nicht sehr begeistert.
6.) Wenn Weihnachtslieder gesungen werden, sollten die Originaltexte gewählt werden. Einige unserer Auszubildenden sind noch minderjährig und könnten durch einige Textpassagen irritiert werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals daran erinnern, dass einige der männlichen Kollegen sich noch nicht zu Blutuntersuchung zwecks Feststellung der Vaterschaft gemeldet haben. Unsere im Mutterschaftsurlaub befindliche Mitarbeiterin Frl. Kluge meint, es bestände ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der letztjährigen Weihnachtsfeier und der Geburt ihrer Tochter Sylvia im September dieses Jahres.
Wenn wir uns alle gemeinsam an diese wenigen Verhaltensmaßregeln halten, sollte unsere Weihnachtsfeier wieder ein großer Erfolg werden.
Mit freundlichen Grüßen